
Der diesjährige Bürgerempfang der Stadt Sankt Goar am vergangenen Sonntag war erneut sehr gut besucht. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus nah und fern nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven ihrer Stadt zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Für die musikalische Gestaltung sorgten traditionell die Musikvereine aus Sankt Goar und Perscheid, die mit ihren Beiträgen zwischen den einzelnen Programmpunkten für eine angenehme und festliche Atmosphäre sorgten.
Inhaltliche Schwerpunkte setzten drei Fachvorträge zu bedeutenden Zukunftsprojekten der Stadt. Rick Vogel von der BUGA29 stellte die Ergebnisse der Planerwerkstatt „Zwei Städte – eine Zukunft“ vor und zeigte Entwicklungsmöglichkeiten für die Region auf. Petra Bittkau vom Architekturbüro DLA aus Wiesbaden präsentierte die geplante Umfeldgestaltung der Burg Rheinfels im Kontext der Bundesgartenschau 2029. Ergänzend erläuterte Winfried Kosa vom Architekturbüro Planwerk Häuser die Planungen zur Umgestaltung des Rheinvorlandes. Die vorgestellten Konzepte machten deutlich, wie umfassend sich Sankt Goar auf die kommenden Jahre vorbereitet.
Stadtbürgermeister Falko Hönisch begrüßte die Anwesenden und nutzte seine Rede für einen ausführlichen Rückblick sowie einen Ausblick auf die anstehenden Entwicklungen. Zu Beginn sprach er seinen Dank an die Mitglieder des Stadtrates, die Ausschüsse, die Ortsbeiräte sowie an die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung und des Bauhofs aus, die mit großem Engagement die Entwicklung der Stadt vorantreiben. Ebenso würdigte er die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeindeverwaltung Hunsrück-Mittelrhein und deren Bürgermeister Peter Unkel.
In seinem Rückblick hob der Stadtbürgermeister die Vielzahl an kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen hervor, die das Leben in Sankt Goar prägen. Dazu zählten unter anderem die Königliche Weinprobe, zahlreiche Konzerte – etwa auf der Burg Rheinfels oder im Rahmen des SWR RheinVokal Festivals – sowie weitere traditionsreiche Feste wie Rhein in Flammen, das Hansenfest, die Quetschekerb und das Heimatfest in Werlau. Auch die Ballettaufführungen des Theaters Koblenz in der Rheinfelshalle wurden als kulturelle Höhepunkte genannt.
Ein besonderer Stellenwert wurde dem ehrenamtlichen Engagement eingeräumt. Die Vereine, darunter Karnevalsvereine, Sportvereine, die Schützengesellschaft, die Hansen sowie weitere Initiativen und Gruppierungen, wurden als tragende Säulen des gesellschaftlichen Lebens gewürdigt. Ebenso erinnerte der Stadtbürgermeister an das 100-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr, das eindrucksvoll die Bedeutung des ehrenamtlichen Einsatzes für die Gemeinschaft verdeutlichte.
Neben dem gesellschaftlichen Leben ging Falko Hönisch auch auf zentrale strukturelle Entwicklungen ein. Fortschritte wurden insbesondere bei der Weiterentwicklung der Kinderbetreuung erzielt. Im Rahmen eines Arbeitskreises wurden gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern Lösungen erarbeitet, die unter anderem in einer geplanten Machbarkeitsstudie für einen möglichen Kita-Standort im Stadtteil Fellen mündeten.
Ein weiteres bedeutendes Projekt ist die Entwicklung der Ortsmitte in Biebernheim mit einem neuen Dorfgemeinschaftshaus. Dieses Vorhaben steht beispielhaft für eine moderne, beteiligungsorientierte Stadtentwicklung und eröffnet durch eine hohe Förderquote besondere Chancen für die Umsetzung. Auch im Stadtteil Werlau wurde durch die Nutzung des ehemaligen evangelischen Gemeindehauses ein neuer Raum für gemeinschaftliches Leben geschaffen.
Im Bereich der Infrastruktur wurden ebenfalls wichtige Schritte unternommen. So steht die Fertigstellung der Festwiese am Rhein kurz bevor, die Umgestaltung des Rheinvorlandes ist in Planung und der Glasfaserausbau hat in Teilen begonnen.
Einen zentralen Schwerpunkt der Rede bildete die Bundesgartenschau 2029. Die Ansiedlung der Hauptgeschäftsstelle in Sankt Goar wurde als bedeutender Meilenstein hervorgehoben. Mit ihr entstehen bis zu 60 Arbeitsplätze in der Innenstadt, was zusätzliche Impulse für die lokale Wirtschaft, den Einzelhandel und die Gastronomie erwarten lässt. Darüber hinaus bringt die kontinuierliche mediale Präsenz im Zusammenhang mit der BUGA29 eine erhebliche Steigerung der Bekanntheit der Stadt mit sich.
In diesem Zusammenhang verwies der Stadtbürgermeister auch auf konkrete Projekte wie die Weiterentwicklung der Burg Rheinfels und ihres Umfeldes sowie die geplante Neugestaltung des Rheinvorlandes. Ziel sei es, sowohl die touristische Attraktivität als auch die Aufenthaltsqualität für die Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu steigern. Ergänzend wurde mit dem geplanten Schwarmkraftwerk am Ehrentaler Werth ein innovatives Projekt im Bereich nachhaltiger Energiegewinnung angesprochen.
Abschließend betonte Falko Hönisch, dass die positive Entwicklung der Stadt das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen sei. Mit Blick auf die kommenden Jahre rief er dazu auf, den eingeschlagenen Weg weiterhin gemeinsam, verantwortungsvoll und mit Augenmaß zu gestalten.
Im Anschluss an das offizielle Programm nutzten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Bei Erbsensuppe – mit und ohne Würstchen –, Brot und Getränken klang der Bürgerempfang in geselliger Atmosphäre aus.
Der Bürgerempfang 2026 hat einmal mehr verdeutlicht, dass Sankt Goar eine lebendige Stadt ist, die ihre Zukunft aktiv gestaltet und dabei auf das Engagement und den Zusammenhalt ihrer Bürgerschaft bauen kann.
Fotos: © Marcel Reinelt/Edmund Müller-Abele
