
Das vergangene Wochenende in Sankt Goar stand ganz im Zeichen der Frauen und auch im Zeichen des weiblichen Engagements in unserer Region.
Bereits am Vorabend des Internationalen Weltfrauentags fand der traditionelle Königsball der Schützengesellschaft 1344 zu St. Goar e.V. statt – der in diesem Jahr streng genommen erstmals ein Königinnenball war. Denn im vergangenen Jahr gelang es Gisela Wellnitz im wahrsten Sinne des Wortes, den Vogel abzuschießen und damit aufgrund einer stattgefundenen Satzungsänderung der Schützengesellschaft erstmalig die Königswürde zu erringen. „Es geht dabei um absolute Gleichberechtigung.“, so Martin Borgs der Erste Vorsitzende und Schützenhauptmann.
Und so war es in diesem Jahr eben erstmals eine Königin, die die zahlreichen Gäste aus Nah und Fern begrüßen durfte. Neben vielen Bürgerinnen und Bürgern waren auch befreundete Schützinnen und Schützen aus dem regionalen und überregionalen Umfeld der Einladung gefolgt.
Wie in jedem Jahr war es ein stimmungsvoller Abend, an dem bis in die Nacht hinein gefeiert und natürlich auch getanzt wurde. Damit bildete der Königs- beziehungsweise Königinnenball einen schönen Auftakt für den am folgenden Tag begangenen Internationalen Weltfrauentag.
Dieser wurde am nächsten Morgen mit einem gemeinsamen Frauenfrühstück im Graf-Diether-Saal der Rheinfelshalle begangen. Rund 50 Frauen aus der Region kamen zusammen, um sich in angenehmer Atmosphäre über unterschiedliche Themen auszutauschen. Eingeladen hatten engagierte Frauen aus den Nachbarstädten Oberwesel und St. Goar.
„Zur liebgewordenen Tradition entwickelt sich das Frühstück zum Weltfrauentag am Mittelrhein“, stellten Pia Trimpe-Müller, Erste Beigeordnete der Stadt Sankt Goar, und Tanja Paschek aus Oberwesel fest. Denn Frauen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und politischen Ebenen waren der Einladung gefolgt – ebenso viele engagierte Vertreterinnen aus Vereinen und Initiativen.

Die Resonanz überraschte selbst die Organisatorinnen: Mit einer so großen Zahl an Teilnehmerinnen habe man im Vorfeld nicht gerechnet. Schnell entwickelte sich ein lebendiger Austausch. Neue und alte Bekannte kamen miteinander ins Gespräch, Erfahrungen wurden geteilt und neue Kontakte geknüpft.
Neben den persönlichen Gesprächen fanden auch gesellschaftspolitische Themen ihren Platz. So wurde unter anderem über Gewalt gegen Frauen und die Erreichbarkeit von Hilfsangeboten gesprochen. Auch die weiterhin zu geringe Zahl an Frauenhausplätzen in Rheinland-Pfalz wurde thematisiert. Darüber hinaus tauschten sich die Teilnehmerinnen über Fragen der Geschlechterparität aus – darüber, wo sie bereits selbstverständlich gelebt wird und wo sie weiterhin auf Widerstände stößt.
Am Ende waren sich viele der Teilnehmerinnen einig: Der Weltfrauentag bleibt wichtig. Das Frauenfrühstück ist ein wertvoller Teil davon – ein Ort der Begegnung, der Vernetzung und des offenen Austauschs, der sich am Mittelrhein zunehmend etabliert.
Fotos: Falko Hönisch / Pia Trimpe-Müller