Ein Jubiläum ganz im Zeichen von Gemeinschaft, Tradition und Heimatverbundenheit

Am vergangenen Samstag durfte der Verein der „Die Rampenschisser 1966 e.V.“ ein ganz besonderes Jubiläum feiern: Seit nunmehr 60 Jahren prägt der Verein das gesellschaftliche Leben unserer Stadt mit und engagiert sich in vielfältiger Weise für den Erhalt unserer Traditionen und unseres Gemeinwesens.

Zu diesem Anlass hatten die Rampenschisser Freunde, Gönner und Gäste aus Nah und Fern an den Alexanderplatz beziehungsweise an das „Scharfe Eck“ unterhalb der Burg Rheinfels eingeladen. Das Wetter hätte für diesen besonderen Tag kaum besser sein können und bot den perfekten Rahmen für ein gelungenes Fest.

Besonders erfreulich war die große Resonanz aus der Bürgerschaft sowie die Anwesenheit zahlreicher Vereine und Institutionen. Neben Vertretern der kommunalen Politik waren unter anderem die Schützengesellschaft, die Karnevalsgesellschaft und die Hansen vertreten. Ebenso gesellten sich viele touristische Gäste zu den Feiernden und nutzten die Gelegenheit, einen Einblick in die besondere Geschichte und Kultur unserer Stadt und des Vereins zu erhalten.

Die Rampenschisser sind weit mehr als ein traditionsreicher Verein. Seit Jahrzehnten leisten ihre Mitglieder viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit zum Wohle unserer Stadt. Ob bei Veranstaltungen, Arbeitseinsätzen oder der Pflege von Traditionen – auf die Unterstützung der Rampenschisser ist Verlass. Ein sichtbares Zeichen dieses Engagements ist das Vereinsheim „Zum scharfen Eck“, das von den Vereinsmitgliedern Ende der 1970er Jahre aufgebaut und mit viel Herzblut zu jenem reizvollen und besonderen Ort entwickelt wurde, der heute sowohl Einheimische als auch Besuchende begeistert.

Das Jubiläum bot zugleich Anlass, an die außergewöhnliche Geschichte des Vereins zu erinnern. Der Begriff „Rampenschisser“ sorgt bei vielen Gästen unserer Stadt bis heute für Verwunderung und Schmunzeln. Ursprünglich wurden so die Lotsen bezeichnet, die in Sankt Goar auf ihren Einsatz warteten, um Schiffe sicher durch die anspruchsvolle Passage entlang der Loreley zu führen. Da die Konkurrenz groß war und jederzeit ein Schiff eintreffen konnte, durfte keine Zeit verloren werden. Der volkstümliche Name entstand aus dieser besonderen Situation und gehört heute ebenso zur Stadtgeschichte wie das bekannte „Schissergässchen“, in dem sich einst die erste öffentliche Toilette der Stadt befand.

Heute stehen die Rampenschisser für die Pflege und Bewahrung dieser historischen Besonderheiten. Sie tragen dazu bei, Geschichte lebendig zu halten und die Identität unserer Stadt auch für kommende Generationen erlebbar zu machen.

Aber die Ursprünge dieses Vereins geht auf eine Gruppe von Feuerwehrkameraden der Freiwilligen Feuerwehr Sankt Goar zurückgehen. Diese enge Verbundenheit zur Feuerwehr ist bis heute spürbar. Daher freute es die Jubilare besonders, eine Delegation der Feuerwehr unserer französischen Partnergemeinde Châtillon-en-Bazois begrüßen zu dürfen. Die französischen Freunde hatten den weiten Weg gerne auf sich genommen, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Zwischen den Feuerwehren beider Gemeinden besteht seit vielen Jahrzehnten eine Freundschaft, die nahezu ebenso alt ist wie der Verein selbst und ein schönes Beispiel für gelebte europäische Partnerschaft darstellt.

Im Namen der Stadt Sankt Goar gratuliere ich den Rampenschissern herzlich zu ihrem 60-jährigen Bestehen. Mein Dank gilt allen Mitgliedern, die sich in den vergangenen sechs Jahrzehnten mit großem Einsatz für unsere Heimatstadt engagiert haben. Möge der Verein auch in Zukunft ein lebendiger Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens bleiben und die Geschichte unserer Stadt mit Freude, Humor und Gemeinschaftssinn weitertragen.

Ihr

Falko Hönisch
Stadtbürgermeister

Fotos: © Iris Schmidt